
3D Labor – Vom Bildschirm in die Werkstatt. Planung und Umsetzung unter einem Dach.
Das 3D-Labor ist die Schaltstelle zwischen Entwurf und Material. Hier entstehen die digitalen Grundlagen für Guss-, Fräs- und Druckprozesse — und hier werden sie direkt in physische Objekte übersetzt. Resin-Drucke werden zu Gusspositiven für Metallschmuck. CNC-gefräste Graphitformen nehmen geschmolzenes Glas auf. Keramische Geometrien entstehen schichtweise aus der Düse. Rhino-Modelle werden zu Stahlwerkzeugen.
Was das Labor von einem reinen Servicebetrieb unterscheidet: Alle digitalen Prozesse sind direkt mit den handwerklichen Werkstätten des Studios vernetzt. Modellierung, Druck und Fräse sind hier keine Endpunkte — sie sind der Anfang eines physischen Prozesses, der im selben Haus weiterläuft.
3D-Modellierung & 3D Scan & Digitale Formfindung

Rhino als Konstruktionsbasis - vom 3D Scan bis zur fertigen CAD Datei
Jeder digitale Fertigungsprozess beginnt mit einem Modell. Im Studio arbeiten wir mit Rhinoceros 3D — nicht als Visualisierungswerkzeug, sondern als präzises Konstruktionsinstrument für Objekte, die tatsächlich gebaut werden. Modelle sind von Anfang an auf ihre Weiterverarbeitung ausgelegt — für den 3D-Druck, die Fräse, den Guss oder die Kombination aus mehreren Verfahren.
Der Ausgangspunkt ist nicht immer eine leere Datei. Mit 3D-Scanning lassen sich physische Objekte — handgefertigte Glasunikate, organische Naturformen, historische Objekte oder bestehende Werkzeuge — präzise digitalisieren und als bearbeitbare Geometrie weiterverarbeiten. Das Scanmodell wird bereinigt, rekonstruiert und fertigungsgerecht aufbereitet: als Basis für eine Gussform, als Referenz für eine Replik oder als Ausgangspunkt für eine Weiterentwicklung.
Für externe Auftraggeber bedeutet das: Wer ein bestehendes Objekt reproduzieren, ein handgefertigtes Original in Serie bringen oder eine organische Form als Gussgrundlage nutzen möchte, kann den gesamten Prozess — vom Scan über die Modellaufbereitung bis zur fertigen Form — im Studio abbilden.
Geeignet für: Digitalisierung von Glasobjekten und Naturformen, Reproduktion von Unikaten, Reverse Engineering von Werkzeugen und Formen, projektbegleitende Konstruktion, Formfindung für Guss- und Fräsprozesse
3D-Druck - Filament (FDM), Resin (SLA) & Keramik

Drei Materialwege. Ein digitaler Ausgangspunkt.
Additiver Druck im Studio bedeutet: dieselbe Datei, drei grundlegend verschiedene Materialergebnisse — je nachdem, was das Projekt verlangt.
Resin (SLA) arbeitet mit UV-ausgehärtetem Kunstharz und erreicht Auflösungen unter 50 Mikrometern — glatte Oberflächen, scharfe Kanten, maßhaltige Geometrien. Im Studio sind SLA-Drucke primär Gusspositive für das Wachsausschmelzverfahren: Das Resin-Modell übernimmt die Rolle des Wachsmodells und wird beim Brennen rückstandsfrei ausgebrannt. Der Weg von der digitalen Form zum gegossenen Metallobjekt verkürzt sich erheblich — ohne manuelle Modellherstellung. Darüber hinaus entstehen Prototypen, Mastermodelle für Silikonformen und Funktionsteile, wo Oberflächenqualität entscheidend ist. FDM und Keramik-3D-Drucker extrudieren Plastik, Tonmasse, Metalle, Glass und selbst hergestellte Materialien schichtweise und baut Geometrien auf, die von Hand nicht herstellbar wären. Nach dem Druck durchlaufen die Stücke den vollständigen Prozess beispielsweise bei Keramik: Trocknung, Schrühbrand, Glasur, Glattbrand. Im Kontext des Glasstudios hat das Verfahren eine besondere Bedeutung: Brennhilfsmittel, Slumping-Formen und refraktäre Werkzeuge können digital konstruiert und direkt gedruckt werden — präzise auf den jeweiligen Temperaturprozess abgestimmt.
Geeignet für: Gusspositive für Investment Casting, Schmuckmodelle, refraktäre Formen für Glasverarbeitung, Designprototypen, Unikate und Kleinauflagen, Mastermodelle für Silikonabformungen
Forschung & Materialtechnologie

Experimentelle Prozesse an der Grenze des Machbaren
Neben dem Tagesgeschäft läuft im Labor kontinuierlich eine andere Art von Arbeit — langsamer, ergebnisoffener, materialgetriebener. Uns interessieren die Stellen, an denen etablierte Verfahren an ihre Grenzen stoßen Welche refraktären Keramikmischungen überstehen wiederholte Temperaturschocks im Glasofen? Wie lassen sich 3D-gedruckte Strukturen als verlorene Formen für Glasguss einsetzen, ohne Rückstände zu hinterlassen?
Diese Fragen entstehen aus der Praxis — und ihre Antworten fließen direkt zurück in die Werkstatt. Die Forschungsarbeit ist keine akademische Übung, sondern die methodische Erweiterung dessen, was im Studio möglich ist. Einzelne Projekte entstehen in Kooperation mit Designhochschulen, Materialherstellern und anderen Ateliers. Ergebnisse werden dokumentiert und — wo sinnvoll — publiziert oder in Kursen weitergegeben.
Wer an Kooperationsprojekten, gemeinsamen Entwicklungsvorhaben oder dem Zugang zu laufenden Forschungsprozessen interessiert ist, ist eingeladen, Kontakt aufzunehmen.
Schwerpunkte aktuell: Glas-3D-Verfahren, 3D-gedruckte verlorene Formen für Glasguss, refraktäre Keramikentwicklung für Hochtemperaturanwendungen, digitale Dokumentation von Forschungsergebnissen
CNC-Fräsen

Digitale Zerspanung für Formen, Werkzeuge und Objekte
Die CNC-Fräse übersetzt digitale Geometrien direkt in gefräste Oberflächen — präzise, reproduzierbar und materialunabhängig. Im Studio fräsen wir primär Graphit und Stahl für Guss- und Glaswerkzeuge, aber auch Holz, Kunststoff und Weichmetalle für Formen, Möbel und architektonische Elemente.
Graphit ist das zentrale Material: Als Formwerkzeug für Glasblasen und Glasguss ist es thermisch stabil, gut zerspanbar und liefert auch bei wiederholtem Einsatz scharfe Konturen. CNC-gefräste Graphitformen sind die Grundlage für jedes Glasobjekt mit definierter Geometrie — vom Flakon bis zum Leuchtenglas. In Verbindung mit der 3D-Modellierung und den übrigen Werkstätten des Studios entsteht ein durchgängiger digitaler Fertigungspfad: von der Datei über das Werkzeug bis zum fertigen Objekt in Glas, Metall oder Holz.
Geeignet für: Graphitwerkzeuge für Glasblasen und Glasguss, Stahl-Dauerformen, Holz- und Kunststoffformen, Möbel- und Objektfräsung, digitaler Werkzeugbau für materialübergreifende Projekte